Rechtsanwalt Tobias Kläner

Rechtsanwalt Tobias Kläner

Berliner Marketing-Agentur zahlt Kunden Geld zurück – nach Erlass eines Mahnbescheids

Der Mandant hatte 3.000,00 Euro an eine Berliner Marketingagentur gezahlt. Es ging um die telefonische Buchung eines 90-Tage-Ausbildungsprogramms zur Gründung einer eigenen Agentur. Aus der Audioaufzeichnung, welche von der Agentur angefertigt wurde und die der Kanzlei vorliegt, ergibt sich ein hinreichender Vertragsschluss nicht. Es mangelt insbesondere an der notwendigen Erörterung der Vertragsinhalte. Die uns vorliegende Aufzeichnung behandelt eigentlich nur die Modalitäten der Zahlung durch unseren Mandanten und dessen Anschriftsdaten. Damit war nach unserer Rechtsauffassung bereits höchst zweifelhaft, ob der Mandant hier einen wirksamen Vertrag mit der Agentur abgeschlossen hatte.

teaser

Keine Reaktion der Agentur

Etliche Monate nach der vermeintlichen Buchung des Ausbildungsprogramms kontaktierte der sich getäuscht fühlende Mandant also die Agentur, und verlangte sein Geld zurück. Er erhielt die lapidare Antwort, dass ein wirksamer Vertrag geschlossen worden wäre. Die Agentur zeigte dem Mandanten also die kalte Schulter. Der Mandant beauftragte schließlich unsere Kanzlei mit dem Forderungseinzug. Entsprechend haben wir die Berliner Agentur dann zweimal für den Mandanten zur Rückzahlung der vereinnahmten 3.000,00 Euro aufgefordert – und zweimal erfolgte keine Reaktion.

Mahnbescheid bringt Abhilfe

Anders als der Volksmund das nun so kennt, ist Schweigen in solchen Fällen aber nicht Gold. Der Mandant hat uns dann nämlich gleich weiter beauftragt, beim zuständigen Mahngericht einen Mahnbescheid für den Mandanten zu beantragen. Gesagt, getan. Das Mahngericht Uelzen brauchte dann Corona-bedingt zwar eine gewisse Zeit, um den Mahnbescheid zu erlassen. Vor kurzem war es dann aber endlich soweit.

Als der Mahnbescheid dann zugestellt wurde, ging es plötzlich schnell. Der Mandant hat sein Geld von der Agentur nun vollständig zurückerhalten. An diesem Fall zeigt sich sehr anschaulich, dass bei Online-Vertragsabschlüssen sehr sorgfältig gearbeitet werden sollte. Wer im Fall der Fälle später nämlich nicht nachweisen kann, einen inhaltlich hinreichend bestimmten Vertrag mit dem Kunden abgeschlossen zu haben, hat hinterher möglicherweise schlechte Karten. Für die Agentur bleibt zu hoffen, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt hat.    

Rechtsanwalt Tobias Kläner

Wir beraten
sie gerne

+49 261 960 969 41

info@it-anwalt-kanzlei.de

Der Nutzung von WhatsApp stimme ich hiermit zu.